Proletariat oder „Ehe für alle“

Wer in der „Ehe für alle“ ein emanzipatorisches Projekt vermutet, der kann sich auch täuschen. Die wunderbare Vermehrung individueller Freiheitsrechte vermehrt nicht die Freiheit, sondern die Märkte, auf denen sie sich realisieren lässt. Statt Lebensformen jenseits der bürgerlichen Eigentumsordnung voranzutreiben, betreibt das Projekt „Ehe für alle“ die individualistische Verbürgerlichung aller Lebensformen. Das ist nicht einfach nur süß und niedlich, wie „DIE ZEIT“ oder die „Süddeutsche Zeitung“ schreiben, sondern es bedeutet die Durchsetzung der Kapital- und Warenlogik auch in jenem Bereich, der bislang noch weitgehend davon ausgenommen war: dem der Reproduktion. (vgl. dazu auch: http://www.yasminnair.net/content/gay-marriage-conservative-cause) Wer Che Guevara immer schon für eine lustige Hipster-Cola hielt, darf jubeln und mit einem Start-Up loslegen.

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Antonio Berni: Los hippies

Der folgende Aufsatz versucht die Paralogismen, Phantasmen und Paradoxien der gegenwärtigen Debatte zu analysieren. Wer von Liberalisierung spricht, sollte von deren Kosten nicht schweigen. Getragen werden sie von denen, die Marx – mit großem Bedacht – Proletarier nannte.

Das Gespenst der Freiheit

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